Philipp erobert Nigeria

Das wars

Hallo zusammen,

Liebe (treue) Leser dieses Blogs,

 

nun ist es soweit. Dies ist der letzte Eintrag in meinem Nigeria-Blog, dies ist sozusagen das Ende der Geschichte, ein halbes Jahr Nigeria ist vergangenen Montag zu Ende gegangen.Ja, seit Montag bin ich schon wieder zurück in Deutschland, und muss nun diesen Eintrag von meinem heimischen PC (den ich immer anschalten kann, wann ich will, da immer STrom da is!!) verfassen.

Denn die letzten WOchen in Afrika waren relativ stressig. Man glaubt kaum, was sich für den Schluss eines solchen Aufenthaltes angesammelt  hat. Da gilt es hier und dort Abschied zu feiern, Mitbringsel für Deutschland und Abschiedgeschenke für Nigeria zu besorgen, den und den nochmal zu besuchen, die verchiedensten Dinge abzuklären, sei es VISA oder Flugticket. Ausserdem mussten natürlich Dutzende von Handynummern ausgetauscht werden und ich erhalte schon heute täglich sog. "Flashs", zu gut Deutsch "Anklingeln" aus Nigeria.

Um es nochmal chronologisch ein wenig zu erfassen. Am Wochenende vor 2 Wochen sind die anderen aus der Gruppe nochmal nach Lagos gefahren, ich nicht, da ich mit dem heftigsten Durchfall meiens Lebens im Bett lag und auch, weil die Kirche meienr Gastmutter Jubiläum gefeiert hat. Die nächste Woche in der Schule, ich habe ja bis zum Ende noch "Unterricht" gemacht, war dann von Wiederholungen ("Auch wenn ihr euch nichts von der deutschen Sprache merkt bis auf das, merkt euch das.....!" und allerlei Spielen (Theater, Singen) geprägt. Ausserdem habe ich mit 2 Klassen noch ein Projekt gestartet, im Zuge dessen die Schüler persönliche Briefe nach Deutschland an gleichaltrige Kinder geschrieben haben. Ich denke es könnte ganz interessant werden, wenn Schüler hier aus der 7.,8. Klasse lesen, wie in Nigeria ein typischer Schultag aussieht, wie in Nigeria die häuslichen Pflichten aussehen, etc.. Zu meiner Zeit wenigstens hat man am Montfort-Gymnasium in Tettnang nämlich noch nicht morgens in Reih und glied gestellt die Nationalhymne, das Nationale Gelöbnis, die Schulhymne und den Schuleid aufgesagt, bevor man in die Klassenzimmer marschiert (und ich meine auch "marschiert". Ausserdem weiss ich nicht wie viele Kinder hier morgens ersmal zum Brunnen laufen müssen um Wasser zu holen. Solche Dinge eben.  Und perfekt würde es natürlich,wenn man dann auch persönliche Antwortbriefe übersenden könnte. Das muss man aber erst schauen, welche Möglichkeiten es da gibt.

Eine andere Geschichte, die auch in den letzen 2 Wochen ihr vorläufiges Ende fand, ist die SPendenaktion der Ministranten: "Ministranten helfen Tessy". Der gesamte Restbetrag der Spende wurde dem Heim überreicht und Rahmenbedingeungen für den Gebrauch und das weitere Verhältniss abgesteckt. Zusammenfassend zu dieser Sache kann man sagen, es hat nicht nur den Kindern im Heim geholfen, unzählige Diskussionen und Besprechungen haben auch mich einige Dinge gelehrt. Unter anderem, dass man, so komisch es sich anhört, als Deutscher, nie, nie ganz die Kultur und das Verhalten der Menschen dort verstehen wird. Auch wenn man 10, 20 Jahre dort leben würde. Ich kann das schlecht hier ausdrücken, es ist mehr eine Erkentniss ür mich persönlich.

Wie dem auch sei. Natürlich wurde in der Schule, in der Kirche und auch bei der Jugendgruppe Abschied gefeiert, was hauptsächlich heisst, beten und ein traditionelles Dress schenken. Alles in allem hab ich jetzt glaub an die 6,7 afrikansichen Gewänder. Genug für die nächste Fasenacht

Am vergangenen Wochenende war es dann soweit. Grosser Abschied von der Gastfamilie und den engsten Freunden, grosser Abschied von meienr HEimat für 6 MOnate. Denn, und das muss ich immer wieder sagen, 6 Monate lassen einen schon eine gewisse Verbindung zu einer Umgebung oder einem Land aufbauen.Es braucht 3 Monate mindestens, aber dann hat man sich doch eingelebt. Von dem her, würd eich auch allen Menschen raten, die etwas ähnliches vielleicht nahc der Schule vorhaben, es sollten midnestens 4,5 Monate sein. Klar, beim einen gehts schneller oder langsamer, aber das ist meine persönliche EInschätzung. 

SOnntag abend gings dann nach Lagos, ohne Probleme, ich hatt etwas Befürchtung wegen 2 Stücken Handgepäck aber wir konnten es gut auf alle Rucksäcke der anderen verteilen. Der Flug war sehr angenehm, und ja, jetzt noch zu meinen ersten EIndrücken in Deutschland natürlich. 1. Warum ist dieses Land so kalt?  Von 35-40 auf 0, ja herzlichen Glückwunsch. 2. Warum ist es hier so sauber? Also das war natürlich der Hammer, die Strassen müllfrei, überhaupt Mülleimer, Wahnsinn. Und dann als ich daheim war, natürlich Dusche (mit fliessend Wasser und warm), und Kühlschrank (sogar kalt, da Strom vorhanden und voll mit Käse und Wurst). Ich muss sagen, das war natürlich ersmal ein Schock Dementsprechend war der Montag auch...etwas verwirrt. SO stand ich zum Beispiel im Treppenhaus udn als (automatisch geregelt)das Licht ausging nach einer Zeit war der erste Gedanke: Ach scheisse, kein Strom mehr, wo ist der Generator? Aber in den letzten Tagen habe ich mich denk ich schon woeder sehr gut angepasst.

Nun, Fazit? Naja, 10 Kilo weniger, etwas braun, Malariaparasiten in meinem Blut für den Rest des Lebens. Sonst? Viele Freunde gefunden in einem Land, das sehr sehr unterschiedlich ist von diesem hier, dessen Kulturen und Regionen in sich so verschieden sind, neue Erfahrungen, neue "Wege" und Verhaltensweisen, die man dort gelernt hat vielleicht auch.Wobei es erst die Zeit zeigen wird, inweiweit oder wie sehr diese Erfahrung mich beinflussen wird.

Wieso nach Nigeria gehn, wenn es abartig dreckig und landschaftlich eher trübe aussieht? Nunja, wegen der Mesnchen. Denn auf der einen Seite, hat man die Tradition auf Schritt und Tritt, auf der anderen Seite unsere westlcihe, "amerikanische" Welt, und die Menschen mittendrin. Das macht es aus, nach NIgeria zu gehn. Die Menschen, die eine unglaubliche PErsönlichkeit haben, in ihrer Tradition und in der modernen Welt verwurzelt (klingt das jetzt zu hochgestochen?)

Würde ich wieder hingehn? Ja. Würde ich dort für immer leben wollen? Nein. Der Abschied war mit einem lachenden und einem weinenden Auge.  Ich bin sehr froh wieder da zu sein.

Ich danke allen Lesern dieses Blogs, das sie sich dafür interessiert haben, was ich für ein halbes Jahr in Afrika geamcht und wie ich gelebt habe. Ich danke für alle Einträge im Gästebuch und Komentare.

Vielen Dank,

Philipp

 

13.3.09 12:47


"Indiana Jones und der Papayabaum" bzw. ein Walzer im Dschungel

Hallo

in letzter Zeit ist hier ziemlich viel los, dass ich euch natuerlich nicht vorenthalten moechte. Ausserdem hatte ich ja versprochen mich bald wieder zu melden!

Nun, zunaechst einmal war letzte Woche Dienstag die Uebergabe der bei der Aktion "Minis helfen Tessy" gespendeten Dinge. Der Generator, der Computer inklusive einem kleinen Kopierer sollen dem Heim als Grundlage fuer ein kleines Business dienen. Nach geeignetem Training der Beteiligten koennte z.B. Drucken oder Tippen, eben einfache COmputeranwendungen, interessierten Leuten gegen Bezahlung angeboten werden. Ich war selbst schon Kunde bei solchen privaten COmputergeschaeften, die in der Regel damit ein gutes Geld machen. SPielsachen sind natuerlich auch nicht zu kurz gekommen, die grosse Rutsche, die jetzt im Wohnzimmer steht, ist der Hit bei den Kindern. Nach der Uebergabe selbst, stehen jetzt eben noch, oder zum Teil auch schon abgelaufene, Installationasarbeiten an Generator und Computer an. Die christliche Jugendgruppe G-Next (Generation Next),durch die ich auch einige gute Freunde kennen gelernt habe, hat sich angeboten, diese Aufgaben und auch das Training auf dem PC zu uebernehmen. Das bis zuletzt noch gespendete Geld wird demnaechst noch nach Nigeria ueberwiesen und dann ebenfalls, wie schon bisher, unter der Mit-Aufsicht der Stiftung meiner Gastmutter fuer das Heim eingesetzt. 

Am Samstag und Sonntag waren wir wieder einmal im Land unterwegs, diesmal gings nach Ekiti-State, circa 4 Stunden von Ibadan mit oeffentlichem Bus entfernt. Nachdem uns eine natuerliche Warmwasserquelle als spektakulaere Touristenattraktion empfohlen wurde, entschlossen wir uns, dass natuerlich nicht verpassen zu duerfen. DIe warme Quelle erwies sich jedoch als Reinfall. Von spektakulaer war rein gar nichts zu sehn, ein kleines Rinnsal lauwarmen Wassers und eine mit nigerianischen Proleten ueberflutete Poolanlage liessen uns erstmal enttaeuscht dreinschauen. Doch halt! Nicht umsonst hatten wir Andreas, alias Indiana Jones alias Crocodile Dundee dabei, der uns kurzerhand zu eienr Dschungelwanderung ueberredet hatte, was sich dann als eigentliches Highlight der Reise herausstellen sollte. Bewaffnet mit Messern, Moskitospray (und Bier) ging es zu Fuss in den Busch. Nach ca. einer Stunde wirklich mal iddillyschem Bilderbuchafrika (was in Nigeria sonst nicht so zu sehen ist) kamen wir auf einer Bananenfarm mitten im Wald an. Die Idee einen der in 20 Meter Hoehe an Palmen baumelden Kanister zum Abzapfen von Palmwein zu "erleichtern" wurde jedoch schnell verworfen, da Indiana Jones einen nahe gelegenen Papayabaum ins Auge gefasst hatte. Kurzen Entschlusses kletterte Andreas den Papayabaum hinauf, ohne Seil natuerlich oder sonstiges Hilfsmittel, und holte der Gruppe mueder Reisender erfolgreich mehrere der leckeren Fruechte auf den Boden. VOn da an war Andreas natuerlich der Held des Tages und noch bis spaet in die Nacht hinein wurde im nahe gelgenden Hotel (weil wir konnten an diesem Tag nicht mehr zurueckfahren) diese spontane Dschungeltour gebuehhrend gefeiert.

Andreas fliegt heute nach Hause, gestern war er jedoch noch mit mir in der Schule und hat die Gelegenheit genuetzt, den KIndern verschieden naturwissenschaftliche Experimente zu zeigen, die er im ZUge seiner Arbeit als Lehrer in Oshogbo schon vorgefuehrt hatte. Eine Schuessel Wasser, 2 "neugierige" Gummibaeren (die zwar tauchen wollen, aber nicht nass werden wollen) und ein kleines Glas als Taucherglocke, waren fuer die Kinder sehr interessant. Und damit nicht genug. Schon am naechsten Tag, also heute, kam der naechste weisse Besucher in die Schule, und zwar Antonia. Doch diesmal nicht mit der Geige, nein, zum Tanzkurs! Ja ganz genau, zum Tanzkurs ! Dienstags hab ich naemlich die hoeheren Klassen alle in Deutsch und wir haben die Gelgenheit genutzt, vor unserem Abschied noch etwas europaeisch kulturelles bzw. traditionell westliches rueberzubringen: Walzer! Und man muss sagen: Die Walzerstunde hat den Schuelern sichtlich gefallen, obwohl es recht schwierig war, Maedchen und Jungs zusammenzubringen, da in Nigeria, oder zumindest in dieser Schule, das ganze sehr viel reservierter und konservativer gesehen wird als bei uns. Aber es war auf jeden Fall ein Versuch wert und auch einige Lehrer haben schon ihr Interesse bekundet

So, das soll fuer heute reichen, am Samstag gehts nach Abeokuta, einer Stadt nicht sehr weit entfernt, wo es landschaftlich sehr schoen sein soll. Naja, man wird sich ueberraschen lassen muessen. Denn, wie das mit den heissen Quellen wieder gezeigt hat, Nigerianer neigen in der Regel, "leicht" zu Uebertreibungen

In diesem Sinne, eine schoene Woche, und viele Gruesse

Philipp

 

 

  

10.2.09 17:58


Mit neuer Frisur im Endspurt

Hallo zusammen

nach laengerer Zeit nun wieder ein EIntrag mit den neuesten Entwicklungen aus Nigeria. Es tut mir Leid, dass ich euch so lange im Stich gelassen hab, aber, kann man ja auch ehrlich sagen, es ist seit NEujahr einfach nicht mehr so viel neues passiert.

Die Schule geht ihren gewohnten Gang. Ich habe jetzt das meiste meiner Zeit in Deutschstunden umgewandelt, da ja nur noch 6 Wochen, ja Wahnsinn, 6 WOchen!, uebrig sind, und ich noch moeglichst viel nateurlich der SPrache unterbringen bzw. den Schuelern beibringen will. Es ist auch sehr interessant zu sehn, wie die einzelnen Klassen Fortschritte machen. Manche haben noch Probleme mit Begruessungen (wobei das schon die Ausnahme ist), andere kriegen schon richtig nette Saetze hin. Mir selbst macht es noch Spass. Und irgendwie waren die meisten wohl davon ausgegangen, dass ich fuer immer da bleib:what, you are going in march? when are you coming back?

Im Rahmen der Spendenaktion "Ministranten helfen TEssy" passiert im Moment auch einiges, da wir kraeftig dabei sind, alle Dinge zu besorgen. Und glaubt mir, "Dinge besorgen" in Nigeria ist eine sehr spannende Erfahrung. Weil es bescheisst dich einfach jeder Der Generatormann z.B. wollte uns um 20000 Naira zusaetzlich erleichtern, waere nicht einem anderen Verkauefer ehrlicherweise, aber bloederweise fuer ihn, aufgefallen, dass eine VErwechslung mit den Modellen vorliegt. Von den SPielzeugverkaeufern muss ich gar nicht erst anfangen, sonst werd ich heut nicht mehr fertig. Sehr spannend alles auf jeden Fall. Preisverhandlungen sind hier auch mehr um der Verhandlung bzw. des lautstarken Austausches von Argumenten willen, denn das sie dem Zweck der Sache dienen. Aber da muss man einfach machen lassen.

Wir sind im Uebrigen immer noch sehr optimistisch eine 10-taegige Reise in den Norden, in Begleitung 2er nigeriansicher Freunde, irgendwie unterzubringen. Wir hatten es ja urspruenglich schon vor Mitte Januar geplant gehabt, aber die Krise und Gewalt zwischen Christen und Muslimen vor Weihnachten in unserer ZIelstadt Jos, mir 300-400 Toten, hat das ganze enorm verschleppt und die Planungen lange Zeit verstummen lassen. Jetzt ist es dort aber wieder friedlich und wir hoffen, dass wir noch gehen koennen.

 

Joa, und da sieht man schon: Es neigt sich dem Ende zu, also sowohl die Dauer meiens AUfenthaltes, als auch schon dieser Eintrag. Ja genau. Vor 2 Wochen war ich beim Friseur. Jetzt ist es so wie zuletzt mit 10 Jahren. Aber versuch mal dem nigerianischen Friseur zu erklaeren, dass du 'nur ein bisschen weg willst'. Und vor allem, wenn du bzw. deine Haare die Hauptattraktion fuer den ganzen Shop und alle Friseure der Strasse bist. Auf jeden Fall ist es wahnsinnig angenehm in der Hitze.

Aber es geht dem Ende zu. Hatt ich ja schon gesagt. Die Zeit verfliegt im Moment gerade und ich muss sagen: Zwar hatt es 3,5 Monate gebraucht, aber seit Januar fuehl ich mich richtig eingelebt. Haengt wahrscheinlich damit zusamen, dass nach den Ferien einfach wieder eine vertraute Routine begonnen hat.

Wie dem auch sei, Ich wuensch euch noch eine schoene Woche, bleibt geschmeidig und, versprochen, bis sehr bald!

 

Viele Gruesse

 

Philipp

 

 

 

 

 

 

 

28.1.09 16:02


Weihnachten, Sylvester und ein grosses Dankeschoen

Also natuerlich vorneweg:

Frohes neues Jahr allen Lesern dieser Seite, ein erfolgreiches und gesundes 2009! Ich hoffe, ihr habt Sylvester gut gefeiert, und geniesst (fuer die dies betrifft) noch die letzten Ferientage!

Eigentlich moechte ich aber mit dem letzten Teil meiner Ueberschrift beginnen: Ein grosses Dankeschoen an alle Spender und Unterstuetzer des Projektes "Ministranten helfen Tessy"! Freitag morgen habe ich das Geld bei einer Bank abgeholt. Nachdem es von den Ministranten zunaechst per "Western Union" in Kressbronn eingezahlt worden war, durfte ich mir hier nur noch eine Bank raussuchen und nach Vorzeigen meines Passes, die unglaubliche Summe von 373230 Naira und 21 Kobo, oder eben 2000 EUro in Empfang nehmen. Die aktuellen Wechselkurse haben eine direkte Auszahlung in der Landeswaehrung bevorzugt und, ihr koennt mir glauben, mit fast 400000 Scheinen in der Tasche auf em Motorradtaxi durch Ibadan zu fahren ist schon eine ganz besondere Erfahrung. Meine Gastmutter hat das Geld dann ohne Umschweife auf eines ihrer Bankkonten eingezahlt, wo es jetzt sicher auf seinen EInsatz wartet. Nun koennen wir also in aller Ruhe und Besonnenheit beginnen, die Dinge zu besorgen. Wie gesagt, nochmal: Danke!! Auch an Rolf Maier fuer die Koordinierung des Ganzen von daheim aus!

Weihnachten und SYlvester waren dagegen im Prinzip eher wenig aufregend. WIe man meinem letzten EIntrag von HEiligabend entnehmen kann, wollte Weihnachtsstimmung bis zuletzt eher nicht so richtig aufkommen, woran auch die weihnachtliche Ausschmueckung des Hauses wenig aendern konnte. Der 24., was ja zumindest bei meiner Familie schonmal ein wichtiges Datum ist, hat hier wenig Bedeutung. Weihnachten ist der 25. und sonst nichts. Was aber vielleicht auch ehrlich gesagt daran liegen koennte, das ich hier mit meienr Gastmutter ja weniger die traditionellen katholischen Gebraeuchlichkeiten wie bei uns (also Bescherung, nachts Kirche und dann nochmal morgens) kennen lerne, da die ganze Familie der sog. Reedemed Christian CHurch of God angehoert. Wie auch immer. Um es kurz zu machen, am 25. sind wir morgens natuerlich traditionell gekleidet in die Kirche, mittgas gabs festlich Ente (!! was zumindest kulinarisch an Weihnachten erinnert hat), dann kamen Freunde und Bekannte der  Familie den ganzen Tag ins Haus zum Essen und haben das eine oder andere Geschenk dagelassen (nicht fuer mich, wie sich herausstellen sollte ). Gegen Abend hatte mein Gastbruder jedoch ein kleines Highlight geplant: einen Vergnuegungspark!! Gar nicht soweit von meinem Viertel entfernt, hat aber nur an wenigen Tagen, wie in der Weihnachtszeit z.B. geoeffnet. Ich muss sagen: Der Wahnsinn, Kettenkarusell, Billard, Boxautos, Kinderkarusell mit Pferdchen, und, der Knaller: ein Riesenrad! Gut, natuerlich alles in einem ebenfalls Wahnsinns-Zustand, der es wohl in Deutschland nicht einmal fuer die Altmetallwiederverwertung qualifiziert haette, aber dennoch: No RIsk, no Fun, und so haben wir uns doch recht gut amuesiert. Sogar so gut, dass wir das Ganze am naechsten Wochenende mit Verstaerkung, also unserer ganzen Gruppe, wiederholt haben (Zumindest bis einer entedckt hatte, wos im Park gutes nigerianisches "Star"-Bier gibt, dann war Kettenkarusell natuerlich eher abgeschlossen ) Sehr sehr viele Menschen in den Staedten fahren uber die Feiertage auch in ihr "village", was ueberall in Nigeria sein kann, um dort mit ihren Verwandten zu feiern. Am 26. gabs dann die Bescherung. Fuer mich ein Parfum von meiner Gastmutter, laut ihrer Aussage aber nicht auf dringende Notwendigkeit hin

Mein diessjaehriges Sylvester hat sich von den vorherigen grundlegend unterscheidet, war aber auch so ganz nett. Abends um 10 gings in die Kirche wo dann ins neue Jahr hineingetanzt und lobgepreist wurde, um 1 wieder heim, und, naja, dann ins Bett. Also nicht ganz das uebliche, was aber wie gesagt, nicht so schlimm eigentlich war. Natuerlich gibts auch hier Boeller und Raketen (aus China), lokal unter "Baga" bekannt. Meine Gastmutter hat aber aus Ruecksicht auf die Hunde darauf verzichtet vor dem Haus welche zu zuenden. AUf den Strassen war natuerlich auch einiges los, generell gehen aber wirklich sehr viele LEute in die verschiedenen Kirchen, sogar noch mehr als an Weihnachten.

Ja, und heute, heute hat die Schule wieder angefangen. WIe ueblich hatte ich wieder eine STundenplanaenderung verpasst, worauf ich 3 Stunden zu frueh aufgestanden bin. Was aber nicht weiter schlimm war, denn ich hab mich eigentlich schon gefreut wieder zurueck zu sein. Laura, eine 34jaehrige Irin, immer diese I(r)ren , sorry, musste sein, ja die ist Anfang Dezember puenktlich zur FErienzeit angekommen, bleibt jetzt aber nach Schulbeginn nur noch weitere 4 Wochen hier, bevor sie wieder zurueckfliegt. Dabei faellt mir noch was wichtiges ein, was ich noch erzaehlen muss. Letzte Woche habe ich, wegen der Ferien eben, fuer 4 Tage in meinem "urspruenglichen" Projekt vorbeigeschaut, dem Waisenhaus "Galilee Foundation". Also eben das Projekt, das eigentlich fuer mich von SYTO geplant gewesen war, aufgrund mangelnder Arbeit waehrend der Schulzeit, aber dann nicht zu Stande kam. NUn letzte Woche war dort aber jeder zu Hause, und ich muss sagen, das war schon sehr interessant. DIe Bewohner sind von 2 WOchen bis 21 Jahren alt, und es ist schon ein Riesenunterschied ob man mit kleineren Kindern spielen und sie unterhalten soll oder mit 20, 21-jaehrigen, die zum Teil direkt von der Strasse aufgelesen wurden, und jetzt dort sind um ihre Schulbildung nachzuholen. Mikado, eine DIgitalkamera, verschiedene Ministrantennachmittagsgruppenspiele, ein paar FIlzstifte und eine Weltkarte haben die Zeit jedoch sehr interessant lassen werden und ich habe mich sehr wohl gefuelht dort. VOn jetzt an, will ich mal nachmittags oefters dort vorbeischauen.

So, das muss reichen fuer heute Vielen Dank fuer alle Eintrage im Gaestebuch, ich hoffe ihr habt den Zeitungsartikel (danke Markus fuers posten) alle ausgeschnitten und aufgehaengt!!

VIele Gruesse

Philipp

 

5.1.09 17:47


3.1.09 18:04


Leise rieselt der Schnee, oder auch nicht

Hallo zusammen

heute ist also weihnachten bzw. heiligabend und irgendwie kann man das hier gar nicht so richtig glauben. weihnachtsstimmung ist bei mir zumindest noch gleich null. siehe ueberschrift. zwar sind auch ein paar haeuser weihnachtlich dekoriert, in lagos stehn auch, zumindest in den besseren vierteln, weihnachtsbaeume und sterne auf der strasse, so richtig ins bild passt das aber natuerlich nicht. es ist auch irgendwie witzig, wie die strassenverkauefer auf einmal alle nikolausmuetzen auf haben und statt getraenken jetzt eben plastiktannen oder aufblasbare rentiere anbieten. weihnachtsstimmung gibts dann eben naechstes jahr wieder.

bis gestern war nun mein vater auf besuch hier und es war wirklich schoen, ein vertrautes gesicht aus der heimat fuer ein paar tage um sich zu haben. ich habe versucht fuer ihn ein kleines programm auf die beine zu stellen. so haben wir uns letzte woche ausgiebig den "sehenswuerdigkeiten" ibadans gewidmet, meine schule, ein aussichtsturm, eine bar mit gutem bier, solche dinge halt. freitag auf samstag sind wir nach ilesha und oshogbo gefahrn um dort die wasserfaelle (wir berichteten) und den heiligen wald mit yoruba-schreinen fuer die heidnischen goetter, immerhin ein unesco-weltkulturerbe, anzusehn. da wir fuer unser taxi zu den wasserfaellen natuerlich den einzigen taxifahrer weit und breit der kein wort englisch spricht erwischt haben, war das nigerianische oeffentliche nahverkehrssystem ein weiteres highlight fuer sich auf dem ausflugsprogramm. sonntags waren wir dann zusammen in einer grossen katholischen kirche (fast wie daheim), bevor wir montags nach lagos fuhrn um noch einen schoenen tag am strand zu verbringen. zum teil wars dann doch nicht ganz einfach fuer ihn, da das nigerianische essen und vor allem das nigerianische zeitverstaendniss nichts sind, woran man sich in 10 tagen gewoehnt (auch meine naechtlichen zimmergenossen sind hier zu erwaehnen ). jedoch hat mich sein besuch sehr gefreut und man hat mal wieder aus erster hand erfahrn, was zu Hause so alles passiert.

Nateurlich moecht ich an dieser STelle passend noch einmal meinen Dank an alle Ministranten und Spender fuer die Aktion "Ministranten helfen Tessy" ausdruecken. Die Summe, die bis jetzt gespendet wurde ist einfach ueberwaeltigend und als die Betreffenden davon gehoert haben, war die Freude riesengross. SObald die DInge beschafft werden (Generator, COmputer, Reis,etc.) wird es im Janaur dann eine grosse Ueberreichung geben, zu dem ich dann natuerlich BIlder und Berichte nach Kressbronn zurueckschicke. Danke, Danke, Danke also, im Namen von allen Beteiligten hier, das ist ein wunderschoenes Weihnachtsgeschenk.

so viel neues oder anderes gibts aber dann gar nicht mehr zu erzaehlen. antonia und pia haben passend zu weihnachten wieder rcihtig malaria, bei mir duempelt die gesundheit so vor sich hin, mal besser mal weniger, meistens in ordnung. heute abend gehts zur christmas-charol-night in die kirche, morgen und uebermorgen wahrscheinlich auch, von sylvester hab ich schon gehoert dass die ganze nacht in der kriche verbracht werden soll. also viel party is wahrscheinlcih eher nich  mal sehn. in diesem Sinne:

Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr im Voraus, schreibt weiterhin fleissig ins Gaestebuch, spendet kraeftig aufs Ministrantenkonto, und in 2nhalb Monaten komm ich ja schon wieder heim.

Schoene Feiertage,

Philipp

 

 

24.12.08 10:46


Weihnachtsfeiern und italienisches Essen in Nigeria

E kaasan miteinander, 

In den letzten Tagen war wieder einiges los. Zunaechst hattn wir letzte Woche unser Zwischenseminar, wie gesagt, die Haelfte is rum, jetzt gehts aufs Ende zu. Ausserdem waren in der Schule allerhand Abschlussfeten, aber schoen der Reihe nach.

Zwischenseminar, ja was soll man dazu sagen, war mit 3 Ueberlebenden natuerlich eher kurz. Wir haben eben ueber unsere Arbeit gesprochen hauptsaechlich, wie man am Besten mit den Eindruecken (z.B. dem Schlagen) umgeht und bewaeltigt. Dann natuerlich auch ueber unsere Gastfamilien, der Hoehepunt war aber dann der Donnerstag, eine kleine Weihnachtsfeier bei SYTO. Alle in traditioneller Kleidung, mit Yoruba-Kappe diesmal, sieht aus wie im Pyjama, mussten wir anhand eines kleinen Schauspiels zum Amusement unserer Gastfamilien wiedergeben was wir in Nigeria so alles gelernt haben: vom Bus und Okada (mottoradtaxi) fahren bis hin zum traditionellen Gruessen bzw. Respekt erweisen was bei Maennern z.B. heisst sich komplett flach auf den Boden zu legen. Haben wir dann auch ales vorgefuehrt und sogar noch ein Lied in Yoruba und Igbo gesungen womit wir natuerlich die Herzen der Zuschauer gewonnen hatten (der Refrain: Ko si ba bire, ko san baba bire, koma sol orung bire, ique - Es gibt keinen anderen Vater als dich, es gibt keinen anderen Gott als dich - Koenig im Himmel, (oder so ahenlich)).

AM Montag und Dienstag nun diese Wohe war schulfrei aufgrund muslimischer Feiertage. Ich habe die Gelegnheit dazu genutzt, nun erstmals in den Projekten der anderen Freiwilligen an einem richtigen Arbeitstag mitzuarbeiten. Da es naemlich beides Einrichtungen zur Betreuung von Kindern sind,war dort trotzt der Ferien normaler Betrieb. Montags bin ich also zunaechst mit Antonia mitgegangen. Ihr Projekt, das Ibadan Home for the Motherless Babies, richtet sich, wie der Name schon vermuten laesst, an Muetterlose Kleinkinder und Babies, deren Muetter meist bei der Geburt gestorben sind. ANtonia arbeitet dort als Betreuerin und hilft Fuettern, Waschen, SPuelen und alles was eben so anfaellt mit Babies (sagt der Experte). Dementsprechend sahen auch meine Aufgaben aus. Nachmittags gabs dann noch ein besonderes Highlight das ich unbedingt berichten muss. Wir haben uns alle getroffen und wollten etwas essen gehn und ratet mal was es gab: Pizza!! Der Wahnsinn. Mit Kaese!! Muss man sich ersmal vorstellen! Trotz der horrenden, mit 10 Euro sogar fuer Deutschland zu hohen Preise, wars aber ein fast vergessener Genuss. Stellte sich natuerlich die Frage, warum wir dieses bloede Restaurant nicht frueher entdeckt haben, aber was solls, dafuer jetzt umso oefter.

Dienstag bin ich dann mit ins Chiprom-Haus (Children of Promise), der Arbeitsstaette von Olli und Pia. Das war auch sehr schoen und witzig, da die Kinder dort auch schon etwas aelter sind und man einiges mit ihnen anfangen kann.  Die Kinder sind entweder Waisen oder stammen aus schwierigen Familien und werden eine Zeit lang im Projekt untergebracht bzw. gehen von dort aus zur Schule. Dienstag Abend sind wir dann noch ins Motherless zur Antonia gefahren, weil die Muslime dort ein paar Schafe geschlachtet und zur Feier des Tages ein Fest veranstaltet haben.

Und es geht noch weiter mit dieser Woche. Donnerstag war wie schon angesprochen die Sports-Competition in der Schule und ratet mal welches Haus gewonnen hat? MEINS! Yellow House!! Beim Marschieren mit unseren sagenhaften Formationslaeufen gleich mal in Fuerhung und dann beim Rennen auch noch alles abgesahnt. So gehoert sichs. Es war ein sehr schoener (aber verdammt heisser) Tag, und ich durft wohl zum einzigen Mal in meinem Leben auch einen Siegerpokal von einer Sportveranstaltung in die Hoehe halten  

Freitag war nun dann der eigentliche Hoehpunkt der Woche, die Christmas-Party in der Schule. Der CHor hat Alle Jahre wieder und Stille Nacht (ziemlich) im Original vorgetragen, und es gab viel Tanzen, Singen und Essen, wie das so ist auf nigerianischen Partys. Es war aber auf jeden Fall die heisseste ChristmasParty meines Lebens, temperaturmaessig. Eine Affenhitze. Aber damit ist auch dieses Schuljahr erledigt. Weiter gehts am 5. Januar

So, das wars wieder von mir, morgen gehts frueh nach Lagos, meinen Vater vom Flughafen abholen, wird auch ne spannende Angelegenheit. Freu  mich aber schon sehr darauf.

Allen die noch in der Schule sind die Woche, schoene letzte Tage und sonst, wie schon letztes Mal gesagt, eine schoene Weihnachtszeit.

Philipp

13.12.08 16:06


 [eine Seite weiter]
Gratis bloggen bei
myblog.de

Startseite
Über mich...
Weltwärts

Gästebuch
Kontakt