Philipp erobert Nigeria

Weihnachten, Sylvester und ein grosses Dankeschoen

Also natuerlich vorneweg:

Frohes neues Jahr allen Lesern dieser Seite, ein erfolgreiches und gesundes 2009! Ich hoffe, ihr habt Sylvester gut gefeiert, und geniesst (fuer die dies betrifft) noch die letzten Ferientage!

Eigentlich moechte ich aber mit dem letzten Teil meiner Ueberschrift beginnen: Ein grosses Dankeschoen an alle Spender und Unterstuetzer des Projektes "Ministranten helfen Tessy"! Freitag morgen habe ich das Geld bei einer Bank abgeholt. Nachdem es von den Ministranten zunaechst per "Western Union" in Kressbronn eingezahlt worden war, durfte ich mir hier nur noch eine Bank raussuchen und nach Vorzeigen meines Passes, die unglaubliche Summe von 373230 Naira und 21 Kobo, oder eben 2000 EUro in Empfang nehmen. Die aktuellen Wechselkurse haben eine direkte Auszahlung in der Landeswaehrung bevorzugt und, ihr koennt mir glauben, mit fast 400000 Scheinen in der Tasche auf em Motorradtaxi durch Ibadan zu fahren ist schon eine ganz besondere Erfahrung. Meine Gastmutter hat das Geld dann ohne Umschweife auf eines ihrer Bankkonten eingezahlt, wo es jetzt sicher auf seinen EInsatz wartet. Nun koennen wir also in aller Ruhe und Besonnenheit beginnen, die Dinge zu besorgen. Wie gesagt, nochmal: Danke!! Auch an Rolf Maier fuer die Koordinierung des Ganzen von daheim aus!

Weihnachten und SYlvester waren dagegen im Prinzip eher wenig aufregend. WIe man meinem letzten EIntrag von HEiligabend entnehmen kann, wollte Weihnachtsstimmung bis zuletzt eher nicht so richtig aufkommen, woran auch die weihnachtliche Ausschmueckung des Hauses wenig aendern konnte. Der 24., was ja zumindest bei meiner Familie schonmal ein wichtiges Datum ist, hat hier wenig Bedeutung. Weihnachten ist der 25. und sonst nichts. Was aber vielleicht auch ehrlich gesagt daran liegen koennte, das ich hier mit meienr Gastmutter ja weniger die traditionellen katholischen Gebraeuchlichkeiten wie bei uns (also Bescherung, nachts Kirche und dann nochmal morgens) kennen lerne, da die ganze Familie der sog. Reedemed Christian CHurch of God angehoert. Wie auch immer. Um es kurz zu machen, am 25. sind wir morgens natuerlich traditionell gekleidet in die Kirche, mittgas gabs festlich Ente (!! was zumindest kulinarisch an Weihnachten erinnert hat), dann kamen Freunde und Bekannte der  Familie den ganzen Tag ins Haus zum Essen und haben das eine oder andere Geschenk dagelassen (nicht fuer mich, wie sich herausstellen sollte ). Gegen Abend hatte mein Gastbruder jedoch ein kleines Highlight geplant: einen Vergnuegungspark!! Gar nicht soweit von meinem Viertel entfernt, hat aber nur an wenigen Tagen, wie in der Weihnachtszeit z.B. geoeffnet. Ich muss sagen: Der Wahnsinn, Kettenkarusell, Billard, Boxautos, Kinderkarusell mit Pferdchen, und, der Knaller: ein Riesenrad! Gut, natuerlich alles in einem ebenfalls Wahnsinns-Zustand, der es wohl in Deutschland nicht einmal fuer die Altmetallwiederverwertung qualifiziert haette, aber dennoch: No RIsk, no Fun, und so haben wir uns doch recht gut amuesiert. Sogar so gut, dass wir das Ganze am naechsten Wochenende mit Verstaerkung, also unserer ganzen Gruppe, wiederholt haben (Zumindest bis einer entedckt hatte, wos im Park gutes nigerianisches "Star"-Bier gibt, dann war Kettenkarusell natuerlich eher abgeschlossen ) Sehr sehr viele Menschen in den Staedten fahren uber die Feiertage auch in ihr "village", was ueberall in Nigeria sein kann, um dort mit ihren Verwandten zu feiern. Am 26. gabs dann die Bescherung. Fuer mich ein Parfum von meiner Gastmutter, laut ihrer Aussage aber nicht auf dringende Notwendigkeit hin

Mein diessjaehriges Sylvester hat sich von den vorherigen grundlegend unterscheidet, war aber auch so ganz nett. Abends um 10 gings in die Kirche wo dann ins neue Jahr hineingetanzt und lobgepreist wurde, um 1 wieder heim, und, naja, dann ins Bett. Also nicht ganz das uebliche, was aber wie gesagt, nicht so schlimm eigentlich war. Natuerlich gibts auch hier Boeller und Raketen (aus China), lokal unter "Baga" bekannt. Meine Gastmutter hat aber aus Ruecksicht auf die Hunde darauf verzichtet vor dem Haus welche zu zuenden. AUf den Strassen war natuerlich auch einiges los, generell gehen aber wirklich sehr viele LEute in die verschiedenen Kirchen, sogar noch mehr als an Weihnachten.

Ja, und heute, heute hat die Schule wieder angefangen. WIe ueblich hatte ich wieder eine STundenplanaenderung verpasst, worauf ich 3 Stunden zu frueh aufgestanden bin. Was aber nicht weiter schlimm war, denn ich hab mich eigentlich schon gefreut wieder zurueck zu sein. Laura, eine 34jaehrige Irin, immer diese I(r)ren , sorry, musste sein, ja die ist Anfang Dezember puenktlich zur FErienzeit angekommen, bleibt jetzt aber nach Schulbeginn nur noch weitere 4 Wochen hier, bevor sie wieder zurueckfliegt. Dabei faellt mir noch was wichtiges ein, was ich noch erzaehlen muss. Letzte Woche habe ich, wegen der Ferien eben, fuer 4 Tage in meinem "urspruenglichen" Projekt vorbeigeschaut, dem Waisenhaus "Galilee Foundation". Also eben das Projekt, das eigentlich fuer mich von SYTO geplant gewesen war, aufgrund mangelnder Arbeit waehrend der Schulzeit, aber dann nicht zu Stande kam. NUn letzte Woche war dort aber jeder zu Hause, und ich muss sagen, das war schon sehr interessant. DIe Bewohner sind von 2 WOchen bis 21 Jahren alt, und es ist schon ein Riesenunterschied ob man mit kleineren Kindern spielen und sie unterhalten soll oder mit 20, 21-jaehrigen, die zum Teil direkt von der Strasse aufgelesen wurden, und jetzt dort sind um ihre Schulbildung nachzuholen. Mikado, eine DIgitalkamera, verschiedene Ministrantennachmittagsgruppenspiele, ein paar FIlzstifte und eine Weltkarte haben die Zeit jedoch sehr interessant lassen werden und ich habe mich sehr wohl gefuelht dort. VOn jetzt an, will ich mal nachmittags oefters dort vorbeischauen.

So, das muss reichen fuer heute Vielen Dank fuer alle Eintrage im Gaestebuch, ich hoffe ihr habt den Zeitungsartikel (danke Markus fuers posten) alle ausgeschnitten und aufgehaengt!!

VIele Gruesse

Philipp

 

5.1.09 17:47
 


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