Philipp erobert Nigeria

"Indiana Jones und der Papayabaum" bzw. ein Walzer im Dschungel

Hallo

in letzter Zeit ist hier ziemlich viel los, dass ich euch natuerlich nicht vorenthalten moechte. Ausserdem hatte ich ja versprochen mich bald wieder zu melden!

Nun, zunaechst einmal war letzte Woche Dienstag die Uebergabe der bei der Aktion "Minis helfen Tessy" gespendeten Dinge. Der Generator, der Computer inklusive einem kleinen Kopierer sollen dem Heim als Grundlage fuer ein kleines Business dienen. Nach geeignetem Training der Beteiligten koennte z.B. Drucken oder Tippen, eben einfache COmputeranwendungen, interessierten Leuten gegen Bezahlung angeboten werden. Ich war selbst schon Kunde bei solchen privaten COmputergeschaeften, die in der Regel damit ein gutes Geld machen. SPielsachen sind natuerlich auch nicht zu kurz gekommen, die grosse Rutsche, die jetzt im Wohnzimmer steht, ist der Hit bei den Kindern. Nach der Uebergabe selbst, stehen jetzt eben noch, oder zum Teil auch schon abgelaufene, Installationasarbeiten an Generator und Computer an. Die christliche Jugendgruppe G-Next (Generation Next),durch die ich auch einige gute Freunde kennen gelernt habe, hat sich angeboten, diese Aufgaben und auch das Training auf dem PC zu uebernehmen. Das bis zuletzt noch gespendete Geld wird demnaechst noch nach Nigeria ueberwiesen und dann ebenfalls, wie schon bisher, unter der Mit-Aufsicht der Stiftung meiner Gastmutter fuer das Heim eingesetzt. 

Am Samstag und Sonntag waren wir wieder einmal im Land unterwegs, diesmal gings nach Ekiti-State, circa 4 Stunden von Ibadan mit oeffentlichem Bus entfernt. Nachdem uns eine natuerliche Warmwasserquelle als spektakulaere Touristenattraktion empfohlen wurde, entschlossen wir uns, dass natuerlich nicht verpassen zu duerfen. DIe warme Quelle erwies sich jedoch als Reinfall. Von spektakulaer war rein gar nichts zu sehn, ein kleines Rinnsal lauwarmen Wassers und eine mit nigerianischen Proleten ueberflutete Poolanlage liessen uns erstmal enttaeuscht dreinschauen. Doch halt! Nicht umsonst hatten wir Andreas, alias Indiana Jones alias Crocodile Dundee dabei, der uns kurzerhand zu eienr Dschungelwanderung ueberredet hatte, was sich dann als eigentliches Highlight der Reise herausstellen sollte. Bewaffnet mit Messern, Moskitospray (und Bier) ging es zu Fuss in den Busch. Nach ca. einer Stunde wirklich mal iddillyschem Bilderbuchafrika (was in Nigeria sonst nicht so zu sehen ist) kamen wir auf einer Bananenfarm mitten im Wald an. Die Idee einen der in 20 Meter Hoehe an Palmen baumelden Kanister zum Abzapfen von Palmwein zu "erleichtern" wurde jedoch schnell verworfen, da Indiana Jones einen nahe gelegenen Papayabaum ins Auge gefasst hatte. Kurzen Entschlusses kletterte Andreas den Papayabaum hinauf, ohne Seil natuerlich oder sonstiges Hilfsmittel, und holte der Gruppe mueder Reisender erfolgreich mehrere der leckeren Fruechte auf den Boden. VOn da an war Andreas natuerlich der Held des Tages und noch bis spaet in die Nacht hinein wurde im nahe gelgenden Hotel (weil wir konnten an diesem Tag nicht mehr zurueckfahren) diese spontane Dschungeltour gebuehhrend gefeiert.

Andreas fliegt heute nach Hause, gestern war er jedoch noch mit mir in der Schule und hat die Gelegenheit genuetzt, den KIndern verschieden naturwissenschaftliche Experimente zu zeigen, die er im ZUge seiner Arbeit als Lehrer in Oshogbo schon vorgefuehrt hatte. Eine Schuessel Wasser, 2 "neugierige" Gummibaeren (die zwar tauchen wollen, aber nicht nass werden wollen) und ein kleines Glas als Taucherglocke, waren fuer die Kinder sehr interessant. Und damit nicht genug. Schon am naechsten Tag, also heute, kam der naechste weisse Besucher in die Schule, und zwar Antonia. Doch diesmal nicht mit der Geige, nein, zum Tanzkurs! Ja ganz genau, zum Tanzkurs ! Dienstags hab ich naemlich die hoeheren Klassen alle in Deutsch und wir haben die Gelgenheit genutzt, vor unserem Abschied noch etwas europaeisch kulturelles bzw. traditionell westliches rueberzubringen: Walzer! Und man muss sagen: Die Walzerstunde hat den Schuelern sichtlich gefallen, obwohl es recht schwierig war, Maedchen und Jungs zusammenzubringen, da in Nigeria, oder zumindest in dieser Schule, das ganze sehr viel reservierter und konservativer gesehen wird als bei uns. Aber es war auf jeden Fall ein Versuch wert und auch einige Lehrer haben schon ihr Interesse bekundet

So, das soll fuer heute reichen, am Samstag gehts nach Abeokuta, einer Stadt nicht sehr weit entfernt, wo es landschaftlich sehr schoen sein soll. Naja, man wird sich ueberraschen lassen muessen. Denn, wie das mit den heissen Quellen wieder gezeigt hat, Nigerianer neigen in der Regel, "leicht" zu Uebertreibungen

In diesem Sinne, eine schoene Woche, und viele Gruesse

Philipp

 

 

  

10.2.09 17:58
 


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